De Börner, Juni 2022

DIEKIE – King of Diekmoor – Teil 2

Schnell krabbelte ich los, um eine Stelle zu finden, an der ich mich wieder eingraben konnte. Puuh, nach kurzer Zeit saß ich wieder in meiner geliebten Erde. Der Lärm war nicht mehr zu hören, war ich gerettet?

Wo war meine Schlafkuhle, mein Regenwurmlager, meine Wohnung? Und wo war bloß Maulfine? Hatte sie Glück gehabt und war auch gerettet worden? Etwas erschöpft lag ich in meinem kleinen Gang und hing meinen Gedanken nach. Innerhalb weniger Minuten alles zerstört, mein Leben war nicht mehr dasselbe. Würde ich mich im fremden Erdreich zurechtfinden? Würde ich genug Regenwürmer finden …

Da, plötzlich schabte es in meiner Nähe. Hinter mir bewegte sich das Erdreich, und ein wohlbekannter
Duft zog mir in die Nase. Meine Maulfine? Ich konnte mein Glück kaum fassen. Hatte mir der verrückte Gärtner auch meine Maulfine gerettet? Ganz vorsichtig erschien ein kleines Näschen durch die lockere Erde – sie hatte mich bemerkt. Ich musste mich nun von meiner besten Seite zeigen.

Mein Fell war schmutzig und die Krällchen dreckig, und ich konnte ihr nicht mal einen Regenwurm anbieten. Mit zitternder Stimme stellte ich mich vor: „ich bin Diekie, der „King of Diekmoor“. Sie rümpfte ihr Näschen, und ein entzückendes Lächeln brachte ihren schönen Pelz zum Strahlen. Ich war verloren … schnell half ich ihr, sich freizuschaufeln. Und schon saß ich neben ihr und war entzückt von ihrem Wesen. So viel schreckliches war uns widerfahren, und doch hatten wir überlebt, um uns zu treffen. Lange saßen wir nebeneinander und erfreuten uns am anderen. Was für eine Freude – sie hatte gleich erkannt, was für ein toller Kerl ich bin. In meinem Kopf überschlugen sich schon wieder die Gedanken – hatte ich endlich meine große Liebe gefunden? Es sah ganz so aus! Sie kuschelte sich an mich und wärmte sich an mir.

Und wieder zogen Bilder an mir vorbei – diesmal schöne Bilder: Sie und ich im Erdreich, glücklich, dass wir uns gefunden hatten. Regenwürmer im Überfluss, und irgendwann viele kleine Maulwürfe. Mein Tatendrang erwachte. Voller Euphorie machte ich mich ans Werk und fing an, eine Höhle für uns zu graben …

Der aufmerksame Gärtner hatte uns gerettet und uns ein neues Leben geschenkt, das war herrlich. Nun mussten wir nur noch eins – Maulwurf sein!

Text: Corinna Schröder
Grafik: Christine Brandt

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