Astrid Wronsky, 18.07.2021

Hilferuf im Briefkasten!

Seit zwölf Jahren wohne ich direkt am Diekmoor und nutze dieses wunderschöne Fleckchen Natur in Arbeitspausen beinahe täglich für Spaziergänge und Naturbeobachtungen. Mir blutet das Herz, wenn ich daran denke, dass alle hier beheimateten großen und kleinen Tiere und die vielfältigen Pflanzen sterben müssen, wenn das geplante Bauvorhaben realisiert und ihr Lebensraum zerstört würde.

Mit meinem Kummer bin ich offensichtlich nicht allein: Vor kurzem fand ich in meinem Briefkasten den Aufruf eines mir unbekannten, sehr besorgten Kindes. Sein Hilferuf hat mich tief berührt.

Nach diesem herzzerreißenden Hilferuf bin ich noch aufmerksamer als bisher durch das Naturparadies Diekmoor mit seinen integrierten Kleingärten gegangen. Ich habe erkannt, dass nicht nur die Pflanzen- und Tierwelt bedroht ist, sondern auch der Lebensraum der Kinder. Hier können sie sich noch einigermaßen frei bewegen, Erfahrungen in der Natur sammeln, Fahrrad fahren, buddeln, pflanzen, ernten, klettern, toben, schaukeln. Sie können Freunde einladen, mit der ganzen Familie gemeinsam entspannen, mit Oma und Opa draußen Zeit verbringen. Sie können ihren Radius erweitern und sogar mal ein paar Schritte machen. Ohne ständige Beaufsichtigung durch Erwachsene, wie sonst in der Stadt üblich, erleben sie Natur und Freiheit.

Einmal aufmerksam geworden, habe ich seitdem in nahezu jedem zweiten Kleingarten liebevoll gestaltete Spielgeräte, Sandkisten, Rasenflächen für Ballspiele und Kinderbeete entdeckt. Erst nach dem rührenden Brief des Kindes wurde mir bewusst, was für ein trauriger und grausamer Einschnitt der Verlust dieser Erholungsoase für alle Kinder bedeuten würde, ebenso wie für ihre Freunde. Und nicht nur das. Immer öfter sehe ich Familien, die hier offensichtlich keinen Kleinarten besitzen, diese Naturoase aber für gemeinsame Ausflüge nutzen.

Mit den, von der Politik versprochenen, wenigen “Ausgleichsflächen” am anderen Ende der Stadt oder „alternativen“ kleinen Grünflächen mitten in der geplanten, großflächigen Bebauung lassen sich diese geschützten Entfaltungs- und Erholungsräume mit ihrer freien, natürlichen und sicheren Umgebung nicht annähernd ersetzen. Jeder/r sollte sich doch fragen: Wie wollen wir diese Welt für unsere Kinder bewahren? Wir haben nicht das Recht, sie zu zerstören. Mir ist klar, dass wir alle in der Gemeinschaft Kompromisse machen müssen, um Wohnraum zu schaffen. Gerade in Langenhorn und Umgebung sind in den letzten Jahren immens viele Bäume und Quadratkilometer an Naturflächen durch Bebauung vernichtet worden. Aber nun ist es genug! Dieses gewachsene Biotop ließe sich nie wieder zurückgewinnen. Wir dürfen es nicht für kurzsichtige Projekte und schnelle Profite opfern. Denn dann gibt es kein Zurück mehr.

Das Kind, das den Brief verfasst hat, und viele andere Kinder und Jugendliche rufen uns dazu auf, dieses wunderbare Fleckchen Natur zu retten und für die Zukunft zu erhalten. Klimaschutz ist nicht abstrakt, er beginnt genau hier. Das „Flugblatt“ hat mir noch einmal vor Augen geführt, dass ich persönlich und jede/r einzelne von uns zur Unterstützung gefordert ist.

Ich hoffe, der Brief des unbekannten Kindes hat nicht nur mich berührt. Wenn Du das hier liest, sei dabei! Leiste deine Unterschrift, wo immer es sinnvoll ist! Abonniere den Newsletter der BI! Engagiere dich bei Aktionen, wenn du kannst! Oder helfe mit deiner Spende! Informiere bitte alle, die du kennst und bitte sie um Unterstützung für die Kinder und die Natur.

Vielen Dank für deine so notwendige Unterstützung!

PS: Die beispielhaften Fotos der Kinderidylle in den Kleingärten habe ich bewusst ohne sichtbare Kinder aufgenommen. Aber Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, mit welcher Freude sie die Gärten beleben.

Fotos: Astrid Wronsky

2 Kommentare
  1. Dorit Thies sagte:

    Bitte erhalten sie die so wichtige Naturinsel in der Stadt. Denn nur diese letzte natürliche Fläche gibt der Umgebung den Lebenswert den Menschen so sehr benötigen.

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